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Kelad avatar

Kelad — Nerghads Datapad - Luck


Published: 2008-07-21 18:29:30 +0000 UTC; Views: 3552; Favourites: 1; Downloads: 2
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Description Brr … irgendwie bedrückend mein letzter Eintrag, obwohl er eigentlich von meiner Seite weniger selbstmitleidig gemeint war, als er mir jetzt selber beim Lesen fast schwülstig entgegendrückt. Dunkle Wolken am wolkenlosen Himmel also genau dort, wo sie nicht hingehören, zwischen Nagi und die wunderschöne, am Himmel thronende blaue Perle. Ab auf jeden Regen folgt Sonnenschein, das ist eine der wenigen Weisheiten meiner Mutter, die ich beim Kramen in meinen Erinnerungen hervorwühlen konnte und denen ich so etwas wie eine wahre Bedeutung beimessen kann im Gegensatz zu dem restlichen Pro-Imperialen-Gewäsch, dass ja leider auf Corulag mit der Zeit der Depression so reißenden Absatz gefunden hat. Na, wie dem auch sei … was ist Glück? Aufgrund neuster Forschungsergebnisse des Golesch-Nerghadschen Konvents, der führenden Instanz in den Bereichen der Nagai-Seelenklempnerei und Trostbeihilfe ist die Antwort manchmal vergleichsweise einfach: Ein Heim, eine Familie, Freunde, auf die man zählen kann und ein gewisser Rückhalt, ganz egal bei wem man ihn sich durch Hilfe, gute Ratschläge und echte Freundschaft über die Zeit auf leisen Sohlen, unbemerkt und unbeachtet, erschleicht. Natürlich nicht im Sinne eines Diebes, wie es jetzt klingen könnte, sondern einfach durch bloßes Handeln, Worte oder besondere Geschichten, die man nur mit einigen wenigen teilt. Es geschieht einfach, ohne dass man darüber sprechen oder sich verständigen müsste. Rückhalt und Freundschaft sind zwei ganz besondere Dinge und ich habe ungelogen eine ganze Zeit gebraucht, bis ich das begreifen oder einsehen konnte. Ich habe immer gedacht, Wesen wie ich, die andere unentwegt in Schwierigkeiten bringen, alle naselang in Probleme stolpern oder planlos in einer Wirklichkeit umhertrödeln, die sich komplett von dem unterscheidet, was sie haben lernen sollen. Verschlingen mussten, wenn sie sich in ihrer eigenen Realität, die jeder Heimatplanet aufs Neue formt, zurechtfinden wollten. Aber ich habe seit fast zwei Jahren Freunde, die mich auf diesem Weg begleiten. Freunde, die mich zwar dann und wann unter enormen Anstrenungen vom Glatteis zerren müssen, aber mir nichts davon vorhalten oder mich mit meinen Fehlern aufziehen. Klar kann man darüber lachen, wenn sich jemand bei einer kleinen Zwischenmahlzeit in der Seifenschale bedient, aber es liegt keine Bosheit darin, auch mal gemeinsam befreit lachen zu können.

Im Gegenteil, vielleicht ist es das oder zumindest ein Teil von dem was Freundschaft und in diesem Zusammenhang bis zu einem gewissen Punkt auch … Glück ausmacht. Die Bluthunde in Curamelle haben sich bei der „derben-Witze-Schiene“ bedient, deren kameradschaftliche aber oberflächliche Art und Aufbau uns bisweilen auch bei Shade begegnet ist. Zugegeben manchmal ist sowas ansteckend und drängt aufsteigende Anspannung zuverlässig und kurzfristig zurück, aber wirklich nachhaltig sind Gespräche … die Möglichkeit zur Mitteilung der eigenen Sorgen und Ängste … ein Rückzugsort, an dem man auch der Mann unter der Fassade des Kriegers, Exsoldaten und Schülers von Kam Solusar sein kann und darf, ohne gleich Spott und Hohn zu ernten. Der Mensch, nicht nur die leere, kampferfahrene Hülle … sondern der Teil, den selbst Dorad und Pollux niemals kennengelernt haben, geschweige denn überhaupt danach gruben. Gerade deshalb … der „Abschied“ von meinem besten Freund … von Kin Chun vor dem Flug nach Helska bezeichnete für mich den bewegensten Moment meines Lebens. Einen Augenblick, in dem die Zeit still stand und die Hektik des nahen Aufbruchs an uns vorbeifloss. Einfache Frachterpiloten, Shuttlebusfahrer und Sicherheitsmänner, die ihre Bestimmung in die eigene Hand nahmen und ihre Leben in die Hände der Macht legten. Alles oder nichts, aber es gab zum ersten Mal in meinem Leben etwas, daß ich verlieren konnte. Mich niemals wieder im beruhigenden Schatten der Friedlichkeit, geschützt vor der versengenden Sonne unser großen Verantwortung, ausstrecken zu können und die Unterstützung durch meine Freunde zu erfahren, denen ich dankbarer wohl kaum sein könnte … es kommt der Zeitpunkt, an dem selbst ein Bluthund erfährt, was es bedeutet Angst zu haben. Bei aller Notwendigkeit unseres Handelns, der Tatsache, daß ich nie bereut habe mit Shade, Kyp Durron, und den an einigen Händen abzuzählenden tapferen Männern und Frauen Luke Skywalker in die Schlacht gefolgt zu sein … die Furcht war real, sie hatte sich direkt neben meinem Herzen mit ihren Sorgen, Einflüsterungen und von ihrer Warte aus gutgemeinten Ratschlägen als letzte bei der Entscheidung zu überwindende Instanz eingenistet. Ich könnte schwören, daß ich sie hätte greifen können, während ich die Worte an Kin heiser über meine blutleeren Lippen zwang. Ich hätte sie nutzen können … hätte sie in die Gestalt stärkender Wut hüllen können, um Vergeltung an den Yuuzhan Vong für die Taten auf Belkadan, Dubrillion … und Rhommammol zu üben … so wie es Brakiss mich gelehrt hat … aber es gab ein Gefühl, daß obwohl es in vergleichbar kleiner Form begann sich mit zarten, verletzlichen Blüten der häufig hinter Wolken verborgenen Sonne der auf Dubrillion versammelten Schicksale  entgegenzurecken, gegen die Versuchung überwog, sich im Zweifel der explosiven Mischung aus vielleicht so gerechten Gefühlsausbrüchen und niederen Racheglüsten hinzugeben … es gab Hoffnung. Durch meine Gefährten, meine Freunde gab es Hoffnung. Ich würde zurückkehren. Wie Kin Chun selbst die Worte für sich dafür gefunden hatte, ich konnte noch nicht sterben. Ich konnte nichts davon hinter mir lassen, aber ich musste gehen, wenn ich verhindern wollte, daß die Yuuzhan Vong ihre Schneise der Verwüstung durch die Leben der Wesen hier schlugen. Ich habe meinen Platz in diesem Kampf gekannt, genauso wie Shade, Kin Chun oder Norkan. Wenn ich etwas tun kann, dann ist es kämpfen, für das eintreten woran ich glaube … dadurch, daß es für mich etwas zu verlieren gibt, muss ich darum fürchten … aber auf der anderen Seite ist es der Nährboden meiner Kraft … die Stärke, die mich sich aus dem Staub vergangener Schlachten wieder aufrappeln läßt, die stete Ermahnung durchzuhalten und nicht, niemals zurück zu weichen. Das ist der Weg des Krayt-Drachen. Der Weg des Shien. Und ich habe sie gefunden, meine Bestimmung … hier bei meinen Freunden.

Glück. Ebenso wie Kin Chuns erfülltes Lächeln beim Wiegen seines Sohnes, wie Bals kräftiges Lachen bei den eher Raufereien gleichkommenden Trainingskämpfen mit mir und Norkan. Tifali, die uns schmunzelnd zusieht, umringt von einer Traube fröhlich um sie herumjagender junger Nagai, die im Gegensatz zu unzähligen Generationen vor ihnen, kaum noch mit dem Schwert aufzuwachsen gezwungen sein werden. Die Stunden, die wir mit den machtempfindlichen Nagai mit der Grundsatzschulung der Prinzipien unserer Ausbildung verbringen und die mich an früher erinnern, wie wir in der großen, vom Geruch und den gedämpften Geräuschen des Dschungels erfüllten Halle direkt unter der Tempelspitze zusammensaßen, die Köpfe zusammensteckten und uns über Raynars ständige Nachfragen amüsierten, ein ums andere Mal mit einem freundlichen, manchmal auch bestimmten Tadel bedacht. Sie spuken immer wieder in meinem Kopf herum, als wäre es gestern gewesen, daß wir alle das Praxeum verlassen haben, auch wenn das langsame Verblassen ihrer Bilder, ihrer Gesichter die mit unaufhaltsamer Langsamkeit an Kontur verlieren, die schmerzhaft nostalgisch stimmende Wahrheit belegt. Jaina … Jacen … Julik … Daeshara … Anakin … Tahiri … Kam … Tionne … Streen … es ist eine gefühlte Ewigkeit her. Ich kann nur hoffen, daß es ihnen gut geht. Daß sie sich in diesen unruhigen Zeiten in der Nähe von Wesen, die ihnen wichtig sind, den unruhigen Zeit zum Trotz in Sicherheit wähnen können. Wir wissen nicht, was uns erwartet, wenn wir in die zentraler gelegenen Systeme zurückkehren. Wie sollten wir auch? Man sagt, daß schlechte Nachrichten schnell reisen, aber sämtliche Boten nach Nagi haben wohl die sich langsam erholenden Bestände der Rukha auf dem Gewissen. Andererseits würde ich mich gerne an das klammern, was ich hier zu schätzen gelernt habe und von dem mir nicht einmal bewusst war, daß es mir in irgendeiner Weise gefehlt hat … eine instinktiv mit neuen Erfahrungen geflutete Kammer in meinem Bewusstsein, die inzwischen meine Tage mit den Eindrücken des hier auf Nagi allgegenwärtigen Friedens bereichert und allen in mir verkörperten Aspekten des nicht immer leicht fallenden und garantiert selten fehlerfreien Menschseins ungekannte Entspannung verschafft. Ich spüre keine Vorbehalte, keine Feindschaft oder Vorurteile gegen mich, gegen keinen von uns. Natürlich begegnen uns manche Nagai mit abschätzender zurückhaltender Neugierde oder bisweilen auch mit fast, so schlimm es klingt, kriecherischer Vorsicht, falls es zu Konflikten in Diskussionen kommen sollten, aber es existiert keine Ablehnung, ob offene oder verborgene, gegen unseren Pfad, unsere im Vergleich fast geheimnisvolle Lebensart oder die Grundpfeilern unser Philosophie. Es ist das gesunde, wissenshungrige Interesse eines aufrichtig um seine eigene Kulturfindung ringenden, neugeborenen Volkes. Eines glücklichen, von den Fesseln des Krieges befreiten und aufblühenden Volkes. Und wir haben unseren kleinen, bescheidenen Anteil dazu beigetragen.

Glück. Ein Gefühl, eine Empfindung, auf daß man sich berufen kann, dessen man sich besinnen kann, wenn man es selbst erlebt hat, um schwere Zeiten zu durchstehen, Verluste zu verkraften und die Erkenntnis zu stützen, jemanden, etwas, seines eigenen Weges gehen … ziehen lassen zu müssen. Es ist nichts, was man nur mit Worten erzeugen kann, aber man kann es auf diesem Wege weitergeben. Es ist nichts, was man durch Erzählungen in sich selbst entdecken kann, aber was man von selbst entdeckt, wenn man es am wenigsten erwartet und am meisten seinen Trost benötigt. Ich kann mir vorstellen, daß man danach suchen kann, aber je mehr Ansprüche man an die Auslöser seines eigenen Glücklichseins erhebt, umso schwieriger wird es diesen Zustand in einem zufriedenstellenden, befriedigenden Ausmaß zu erreichen. Das Glück findet uns, nicht umgekehrt. Es ist vergänglich, launenhaft und kann leicht ins Gegenteil umschlagen, aber es schmiegt sich schlaftrunken an unsere dichtgedrängten Erinnerungen, um aus seinem leichten Schlummer zu erwachen, wenn wir den damit verbundenen Momenten in uns selbst eine sie lebendig haltende Bühne bieten. Für mich bedeutet es, die Augen auf das, was vor uns liegt, gerichtet zu halten … gen Yavin, den nahenden Jedi-Rat und die Bedrohung von uns immer noch unbekannter Größenordnung. Es bedeutet, sich den Herausforderungen der neuen Generation von Jedi zu stellen, wie es bereits Katarn in seinen letzten Atemzügen auf Vulpture mit brechender Stimme geflüstert hat. Es bedeutet, einer ungewissen Zukunft furchtlos und bestimmt entgegentreten zu können. Aber auch, und das wird der Grund für mich sein, warum kein Schmerz, kein Leid und kein Verlust mich an der Erfüllung meines Teils der Verantwortung als Jedi wird hindern können … einen Blick über die Schulter zurück mit einem Lächeln beschließen zu können.

Das ist Glück.    
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